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Ramadan und seine Bedeutung – Für Außenstehende

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Ein gesegneter Monat ist zu euch gekommen.
In ihm hat ALLAH das Fasten für euch zur Pflicht gemacht.
In ihm werden die Tore des Paradieses geöffnet, die Tore der Jahîm (Hölle) geschlossen und die Satane in Ketten gefesselt. In ihm gibt es eine Nacht, die besser ist als tausend Monate. Wer den Segen dieser Nacht verpasst, der hat (einen enormen) Verlust erlitten.

Am 01. August 2011 beginnt für die Muslime die segensreichste und intensivste Zeit des Jahres. Der Fastenmonat Ramadan, auch König aller Monate genannt, kündigt sich an. Die Muslime freuen sich alljährlich wieder auf den Ramadan, ist er doch voll mit Gottes Barmherzigkeit und Güte.

Und schließlich ist das Fasten nicht bloße Hungerakrobatik, wie schon Murad Hoffmann es einmal ausgedrückt hat.

Fasten nennt man auf arabisch „Syam“ und das bedeutet „Enthaltung“.

Die grundlegenden Elemente des Fastens bleiben natürlich gleich: Es darf von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang nicht gegessen oder getrunken werden. Vielmehr allerdings soll sich der Fastende vor allem hüten, was sein Fasten annullieren oder mindern könnte. Tatsächlich besteht das Fasten also nicht nur aus Verzicht auf Nahrungsaufnahme, es bedeutet auch, dass Augen, Ohren und Zunge sich enthalten. Ramadan ist ein sich Abwenden von unwichtigen Dingen und die Konzentration auf das Wesentliche.

Es ist eine ganzheitliche Erfahrung, die für einen Gläubigen weit über das körperliche hinausgeht. Körperliche, geistige und soziale Aspekte werden vereint. Der Muslim soll sich besinnen, Andacht halten und Allah gedenken, und erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist.

Es kann vorkommen, dass ein Fastender nichts von seinem Fasten hat außer Hunger; und es kann sein, dass ein Betender in der tiefen Nacht nichts von seinem Gebet hat außer Schlaflosigkeit!

Zudem soll er sich von allem Schlechten fernhalten. Es soll nicht gelästert, gestritten, verleumdet, beschimpft oder verflucht werden. Auch üble Nachrede, Meineid und generell schlechte Taten mindern das eigentliche Ziel des Fastens oder machen es gar ungültig.

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) war der Großzügigste unter allen Menschen, und den Höhepunkt seiner Großzügigkeit erreichte er im Ramadan, wenn ihm Gabriel begegnete. Diese Begegnung mit ihm fand in jeder Ramadan-Nacht statt, denn Gabriel pflegte ihn zu jener Zeit im Quran zu unterweisen. Wahrlich, der Gesandte Allahs war mit dem Hergeben von guten Dingen schneller als der unhaltbare Wind.

Es ist besonders erwünscht, dass der Gläubige mehr gottesdienstliche Handlungen und ganz allgemein mehr gute Taten verrichtet. Es soll versucht werden den Koran in den 30 Tagen des Ramadan vollständig zu lesen und zu verstehen.

Andere Fastende, vor allem Bedürftige, zu speisen und ihnen zu spenden gilt als besonders lobenswert.
Die muslimische Gemeinschaft soll näher zusammenwachsen und so sammeln sich in Ramadan besonders viele Gläubige, die gemeinsam des Tarawih-Gebet verrichten.

Wir haben ihn (d.h. den Qurân) ja in der Nacht der Bestimmung hinab gesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. Es kommen die Engel und der Geist in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn mit jeder Angelegenheit herab. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung
(Sûra 97:1-5 )

Besonders segensreich sind die letzten zehn Tage des Ramadan, da in ihnen sich die besagte Nacht der Bestimmung, Leilat al Qadr, befindet. In dieser Zeit wird der Gottesdienst, Ibada, noch weiter verstärkt und diejenigen, denen es möglich ist, ziehen sich gar für die letzten zehn Tage ganz in die Moschee zurück.

Im Großen und Ganzen lässt sich also zusammenfassen, dass die Muslime zu Ramadan voller Hoffnung sind, Allahs Barmherzigkeit zu erreichen, ihre Sünden vergeben zu sehen und ihre Seele von weltlichen Begierden zu reinigen. Die muslimische Gemeinschaft soll näher zusammenwachsen und so sammeln sich in Ramadan besonders viele Gläubige, die gemeinsam des Tarawih-Gebet, also das gemeinschaftliche, freiwillige Ritualgebet, verrichten.

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